Das Wort zum Freitag

Lohnt sich eine Indexpolice?

Viele Anbieter haben in den letzten Jahren eine sogenannte Indexpolice in Form einer Rentenversicherung auf den Markt gebracht.

Mit die bekanntesten Vertreter sind:

  • Allianz Index Select
  • AXA Relax Rente Classic
  • Ergo Rente Index
  • HDI Two Trust Select
  • Nürnberger DAX-Rente
  • R+V Index Invest
  • Stuttgarter index-safe
  • Volkswohlbund Klassik modern

Als Index wird dabei am liebsten der EURO STOXX 50, gelegentlich auch der DAX und selten andere Indizes hinterlegt.

An sich eine gute Idee! Es wird vermeintlich nicht mehr in den Kapitalstock der Versicherer investiert (wie bei den Banken wird es in absehbarer Zeit auch hier keine Zinsen mehr geben), sondern an den Aktienmärkten die Chance ergriffen.
Doch weit gefehlt! Ein Großteil dieser Produkte verwendet nur die Überschüsse (also die „Zinsen“ welche noch übrig sind), um mit verschiedensten hochriskanten Hebelgeschäften den hinterlegten Index nachzubilden.

Werden diese Wetten regelmäßig gewonnen ist alles gut – wenn nicht, dann sind die Einsätze verspielt! Bei all den Produkten mit „Turbo“ sind dann sogar noch Teile des in Sicherheit gedachten Guthabens verzockt!

Die meisten Produkte locken die Kunden sogar noch mit einer Garantie. Diese garantiert, dass am Schluss die einbezahlten Beiträge wieder ausbezahlt werden – na gut der Deutsche ist „sicherheitshungrig“ und mit einer solchen Garantie dann doch „rum zu kriegen“ einen solchen “Vertrag mit Aktien” abzuschließen.
Allein die Kosten für diese vermeintliche Sicherheit fressen stellenweise die Gewinne auf!

Grundsätzlich gibt es eine Renditebegrenzung durch ein sogenanntes Cap – das heißt, wenn der Index beispielswiese in der letzten Periode zehn Prozent Gewinn erwirtschaftet hat, werden lediglich 3,5 Prozent weitergegeben. Der Löwenanteil in diesem Beispiel verbleibt beim Versicherer.

In den Modelrechnungen werden viel zu oft sehr unwahrscheinliche Szenarien unterstellt und die Summen, welche angeblich erreicht werden sollen, sind deshalb oft viel zu hoch…

Rückrechnungen haben ergeben, dass bei einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung des Indizes in Höhe von vier Prozent, mit solchen Indexprodukten in den besten Fällen zwischen 0,9 und 2,8% bei den Kunden ankommen. Bei Produkten mit oben geannten Cap sind es all zu häufig null Prozent.
2019 ging jeder zweite Kunde leer aus (laut Analyse der Ratingagentur Assekurata)! An dieser Ergebnis-Aufteilung wird sich wohl auch langfristig nichts ändern, so die Prognose.

Wir sind uns sicher: Bestimmt können viele Vermittler das eigene Produkt nicht ins Detail erklären, da die Komplexität bei solchen Index-Verträgen außergewöhnlich hoch ist!

“Sollten Sie bereits eine solche Police in den letzten Jahren erworben haben, so ist mit höchster Wahrscheinlichkeit eine sofortige Auflösung das kleinste Übel – auch wenn Sie nur einen Teil Ihres Geldes wiedersehen”, empfiehlt Hartmut Walz (Betriebswirtschaftslehre der Hochschule Ludwigshafen) seinen Lesern auf dessen Blog.

Einen weiteren sehr umfassenden Artikel dazu findet ihr unter:
https://www.finanztip.de/lebensversicherung/lebensversicherung-indexpolice/

Fazit:
Lasst euch beraten, gerne bei uns im Büro in Trostberg, und lasst euch keinen Bären aufbinden!
Auch Indexpolicen haben möglicherweiße eine Daseinsberechtigung und eigenen sich trotz aller Nachteile vielleicht für den ein oder anderen Kunden – sicherlich nicht für jeden!
Ganz bestimmt nicht für junge Leute, welche noch zwanzig/dreißig Jahre und mehr Zeit haben, denn hier hilft allein der Blick auf die angefügte Grafik – wer Zeit hat und monatlich in altbekannte Werte investiert hat in der Vergangenheit immer gewonnen:

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